10 Jahre Euro-W�hrung � Eine Bilanz

Quelle: Janine Bernsdorf¸ PKF Malta¸ 3. Januar 2012

Das vergangene Jahr 2011 war ein Jahr voller wirtschaftlicher Turbulenzen: ein Sondergipfel folgte dem anderen¸ Ratingagenturen sind für Achterbahnfahrten an den Börsen verantwortlich und die Angst vor möglichen Staatspleiten reist nicht ab. Die EU sieht sich immer noch einem riesigen Schuldenberg gegenübergestellt und eine wirkliche Lösung der Krise ist auch im neuen Jahr noch nicht in Sicht. Die vergangenen Monate verdeutlichen¸ wie eng die europäischen Wirtschaften miteinander verzahnt sind und was es bedeutet eine gemeinsame Währung zu haben.

Mit dem neuen Jahr begleitet uns der Euro nun schon genau zehn Jahre und seit seiner Einführung scheint sich die europäische Gemeinschaftswährung  in ihrer bisher schwersten Krise zu befinden. Ein Umstand der zunehmend am Image des Euros nagt und das Misstrauen gegenüber diesem weiter anschürt. Umfragen zufolge wünscht sicher jeder zweite Bundesbürger die „gute¸ alte D-Mark“ zurück.[1] Angesichts des zehnjährigen Jubiläums¸ stellt man sich erneut die Frage¸ was uns der Euro eigentlich gebracht hat.

Am 1. Januar 2002 war es soweit: Der Euro wird in insgesamt zwölf Staaten als offizielles Zahlungsmittel eingeführt.  Kaum war die neue Währung im Umlauf¸ hatte diese auch schon ihren Ruf weg: Bis heute hat sich bei vielen Bundesbürgern der Eindruck verfestigt¸ dass es sich beim Euro eher um einen „Teuro“ handelt¸ der vor allem das Leben verteuerte. Glaubt man jedoch den Studienergebnissen des Magazins „Focus“¸ so erfolgte eine wesentliche Preiserhöhung direkt vor der Barggeldumstellung im Jahr 2001. Im zeitlichen Verlauf sind vor allem die Preise für Güter des täglichen Lebens angestiegen wie beispielsweise Lebensmittel oder auch Arzneimittel.[2] Nach Aussagen von Stefan Linz des Statistischen Bundesamtes stiegen die Verbraucherpreise seit der Euro-Einführung um 17 Prozent an.[3] Im Gegensatz dazu haben sich laut der Studie¸ binnen der ersten zehn Jahre technische Geräte wie Computer und Haushaltsgeräte verbilligt. Dennoch sind viele Bürger weiterhin vom Teuro-Image überzeugt¸ was vor allem daran liegt¸ dass Preissteigerungen bei täglichen Produkten eher wahrgenommen werden als änderungen bei selteneren Anschaffungen¸ erklärte Linz.[4]

Beim Bundesverband Großhandel¸ Außenhandel¸ Dienstleistungen (BGA) heißt es dagegen¸ dass der Euro für die gesamte deutsche Volkswirtschaft von überragender Bedeutung ist. So werden etwa 80 Prozent der deutschen Ausfuhren in Euro abgewickelt.[5] Insbesondere können auf diese Weise Kosten für den Währungsumtausch und die Absicherung von Wechselkursschwankungen eingespart werden. 

Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigt sich ebenfalls positiv: „Trotz aller Turbulenzen halte ich fest: Der Euro hat sich bewährt. Er ist stabil und wertbeständiger als die D-Mark“¸ so Merkel im vergangenen September bei der Automesse IAA in Frankfurt. „Der Euro sorgt für Wirtschaftswachstum¸ er sorgt für Arbeitsplätze und damit für Wohlstand in Deutschland.“[6]

Auch die